Risiken und Belastungen


Risiken und Belastungen der DemenzbetreuerInnen

Die Betreuung von DemenzpatientInnen stellt eine enorme physische, psychische, gesundheitliche und finanzielle Belastung für Angehörige dar. DemenzpatientInnen verlieren im Krankheitsverlauf ihre Unabhängigkeit und bedürfen permanenter Außenhilfe. Über 80% der PatientInnen wird unentgeltlich von Angehörigen betreut. Ohne diese beachtliche Leistung der Angehörigen müssten unverhältnismäßig mehr Pflegeheime errichtet werden und es würden die öffentlichen Sozialausgaben dramatisch ansteigen.

Die Leistung der betreuenden Angehörigen stellt also einen beträchtlichen Vermögenswert für die Gesellschaft dar. Schätzungsweise leisten mehr als 100.000 ÖsterreicherInnen unbezahlte Betreuungsarbeit und sparen dem öffentlichen Sozialsystem viele Millionen Euro pro Jahr. Der überwiegende Anteil dieser BetreuerInnen sind erwachsene Kinder, die ihre Eltern pflegen oder ältere Personen, die ihre Partner betreuen. Obwohl diese Menschen eine wichtige Funktion in unserer Gesellschaft erfüllen, erhalten sie unzureichend Unterstützung aus öffentlicher Hand.

Es herrscht Übereinstimmung, dass die Pflege alter dementer Menschen für BetreuerInnen eine permanente stressreiche Last ist, die oft zu Depressionen führt. Die Häufigkeit der Depressionen steigt bei Auftreten von Verhaltensstörungen der betreuten Personen an. Verhaltensstörungen haben generell einen wesentlich stärkeren negativen Einfluss auf die Betreuungspersonen als die kognitiven Leistungsschwächen der DemenzpatientInnen.

Das Zusammenwirken von dauerndem Betreuungsstress, Verlust persönlicher Entfaltungsmöglichkeiten, körperlicher Pflegebelastung und vorbestehender somatischer Krankheiten erhöhen zusätzlich das körperliche Erkrankungsrisiko der BetreuerInnen.

Pflegende Personen haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung ein deutlich erhöhtes Sterberisiko. Hoher Pflegeaufwand im fortgeschrittenen Alzheimerstadium mit Verhaltensstörungen des/der betreuten PatientIn, dauerhafter negativer Pflege-Stress und vorbestehende Erkrankungen wirken sich ungünstig aus.

Die Österreichische Alzheimer Gesellschaft unterstützt Initiativen zur Entlastung von Betreuungspersonen. Sie führt derzeit gemeinsam mit der Caritas Diözese Graz-Seckau ein "Family/Community/Networking"-Projekt durch.

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